Cloud-Migration für KIDS 4.0: Sechs Terabyte in 24 Stunden ins Rechenzentrum Leipzig


Eine moderne Kinder- und Jugendarztpraxis ist heute in hohem Maß von einer stabilen, sicheren und jederzeit verfügbaren IT abhängig. Für die standortübergreifende Praxis KIDS 4.0 wurde deshalb ein entscheidender Schritt in Richtung Zukunftssicherheit umgesetzt: Die zentrale Praxis-IT wurde unter der Gesamtkoordination von PULS.Systems aus Oberhausen in die Cloud- und Rechenzentrumsumgebung in Leipzig überführt.
Nach mehreren Monaten Planung, der Koordination verschiedener Spezialdienstleister und vielen Arbeitsstunden konnte die eigentliche Migration erfolgreich abgeschlossen werden. Innerhalb von rund 24 Stunden wurden etwa sechs Terabyte Praxis-, System- und Anwendungsdaten gesichert, redundant bereitgestellt, übertragen, eingebunden und geprüft.
Die Ausgangslage: mehrere Standorte, sensible Daten und viele Abhängigkeiten
KIDS 4.0 betreibt mehrere Praxisstandorte. Die zentrale Praxissoftware, medizinische Fachanwendungen, Datenbanken, Benutzerzugriffe, Standortanbindungen und die Telematikinfrastruktur müssen dabei zuverlässig zusammenspielen. Ein längerer Ausfall hätte direkte Auswirkungen auf Patientenaufnahme, Dokumentation, Terminverwaltung und medizinische Abläufe gehabt.
Das Projekt war daher weit mehr als ein klassischer Serverumzug. Die besondere Herausforderung bestand darin, die technischen, organisatorischen und medizinischen Abhängigkeiten in einen belastbaren Ablauf zu bringen und die Unterbrechung der Praxis-IT so schonend und kurz wie möglich zu gestalten.
PULS.Systems als oberster Projektkoordinator
Oliver Puls plante und koordinierte das Gesamtprojekt persönlich. Als CIO to Go führte er die beteiligten Partner zusammen, definierte die Migrationsschritte, stimmte Zeitfenster und Verantwortlichkeiten ab und begleitete die Datenübertragung vom Standort Oberhausen bis in die neue Betriebsumgebung in Leipzig.
- Bestandsaufnahme und Migrationsplanung
- Koordination der Praxissoftware- und TI-Dienstleister
- Planung redundanter Datensicherungen und Rückfalloptionen
- Abstimmung der Glasfaserübertragung zwischen Oberhausen und Leipzig
- Begleitung der Inbetriebnahme und Funktionsprüfungen
- Kommunikation zwischen Praxis, Rechenzentren und Fachpartnern


Der Ablauf: möglichst geringe Unterbrechung des Praxisbetriebs


Donnerstag, 19:00 Uhr: kontrolliertes Abschalten und Sicherung
Am Donnerstagabend um 19:00 Uhr wurde die zentrale Praxis-IT nach dem regulären Betrieb kontrolliert heruntergefahren. Anschließend startete die finale Sicherung. Durch den definierten Datenstand wurde verhindert, dass während der Migration weitere Änderungen an den Datenbanken und Fachanwendungen entstehen.
Die Sicherungen wurden bewusst redundant angelegt. Für den Fall einer technischen Störung standen damit zusätzliche Rückfallebenen zur Verfügung. Bei medizinischen Daten darf der Projekterfolg nicht von einem einzelnen Datenträger oder einem einzigen Übertragungsweg abhängen.
Freitag, 7:00 Uhr: Abholung der Sicherungen
Am Freitagmorgen um 7:00 Uhr wurden die vorbereiteten Sicherungen abgeholt und zur weiteren Übertragung übernommen. Über die leistungsfähige Infrastruktur der KAMP Netzdienste in Oberhausen konnten die Daten anschließend über den Glasfaserring in die neue Umgebung nach Leipzig geladen werden.


Freitagvormittag: medizinischer Notdienst auf Papier
Damit die medizinische Versorgung trotz der geplanten Unterbrechung aufrechterhalten werden konnte, führten die Praxen am Freitagvormittag einen eingeschränkten Notdienst durch. Die notwendigen Vorgänge wurden vorübergehend auf Papier dokumentiert und werden nach der vollständigen Wiederinbetriebnahme am Montag in der Praxissoftware nachgetragen.
Sechs Terabyte innerhalb von 24 Stunden
Insgesamt wurden rund sechs Terabyte an Praxis-, System- und Anwendungsdaten innerhalb von etwa 24 Stunden gesichert, redundant bereitgestellt, von Oberhausen nach Leipzig übertragen, in die Zielumgebung eingebunden und auf Vollständigkeit geprüft. Dieses enge Zeitfenster war nur durch eine sorgfältig vorbereitete Zielumgebung, eine leistungsfähige Glasfaseranbindung und die kontinuierliche Überwachung der Migration möglich.
Samstag, 12:00 Uhr: Tests abgeschlossen und Systeme freigegeben
Nach der Datenübertragung wurden die virtuellen Server, Datenbanken, Benutzerzugriffe, Standortanbindungen und Fachanwendungen umfassend geprüft. Am Samstag um 12:00 Uhr konnte die neue Anlage nach erfolgreichen Tests wieder freigegeben werden. Damit war die eigentliche Cloud- und Rechenzentrumsmigration abgeschlossen.
Der letzte Projektschritt: virtuelle Telematikinfrastruktur
Am Montag erfolgt durch den zuständigen spezialisierten Dienstleister die abschließende Einrichtung der virtuellen Telematikinfrastruktur. Parallel werden die während des papiergestützten Notdienstes erfassten Vorgänge nachgetragen. Danach ist die neue Betriebsumgebung vollständig einsatzbereit.
Zertifizierte Sicherheit und energieeffizienter Betrieb
Bei der Verarbeitung sensibler Gesundheitsdaten sind Informationssicherheit, Datenschutz und nachvollziehbare Betriebsprozesse von zentraler Bedeutung. Die eingesetzten deutschen Rechenzentrumsstrukturen arbeiten mit anerkannten Sicherheitsstandards, darunter ISO/IEC 27001. Das KAMP-Rechenzentrum weist darüber hinaus unter anderem ISO/IEC 27018 und weitere Zertifizierungen aus.
Auch die Energieeffizienz spielt bei moderner Cloud-Infrastruktur eine wichtige Rolle. Professionelle Rechenzentren bündeln Kühlung, Energieversorgung und Hardwareauslastung wesentlich effizienter als viele einzelne lokale Serverräume. Dadurch entsteht eine technisch, wirtschaftlich und ökologisch besser planbare Betriebsumgebung.


Die beteiligten Dienstleister
- KIDS 4.0: medizinische und organisatorische Anforderungen sowie Durchführung des papiergestützten Notdienstes
- medatixx / CGM-Umfeld: Praxissoftware und medizinische Fachanwendungen
- dogado.partners: Cloud- und Rechenzentrumsumgebung am Zielstandort Leipzig
- KAMP Netzdienste: leistungsfähige Internet- und Rechenzentrumsanbindung am Standort Oberhausen
- PULS.Systems: Gesamtplanung, Dienstleistersteuerung, Migrationsbegleitung und Kundenvertretung


Der konkrete Nutzen für KIDS 4.0
- zentrale Bereitstellung der Praxis-IT für mehrere Standorte
- reduzierte Abhängigkeit von lokaler Serverhardware
- professionelle und kontrollierte Rechenzentrumsinfrastruktur
- strukturierte Datensicherungs- und Wiederanlaufprozesse
- Grundlage für die virtuelle TI und weitere Digitalisierung
- kalkulierbare monatliche IT- und EDV-Kosten
- eine zentrale Koordination für alle beteiligten Dienstleister
Use Case für die Motorworld: Cloud für den Mittelstand
Das Projekt zeigt, wie eine anspruchsvolle Cloud-Migration auch bei sensiblen Daten, mehreren Standorten, verschiedenen Dienstleistern und einem engen Zeitfenster erfolgreich umgesetzt werden kann. Damit ist KIDS 4.0 ein konkreter Use Case für die Veranstaltung in der Motorworld und für das Thema „Cloud für den Mittelstand – powered by PULS.Systems & dogado.partners“.
„Bei einem Projekt dieser Größenordnung entscheidet nicht nur die technische Leistung über den Erfolg. Entscheidend sind eine gründliche Vorbereitung, klare Zuständigkeiten und die Fähigkeit, unterschiedliche Dienstleister zu einem funktionierenden Gesamtprojekt zusammenzuführen.“
Oliver Puls, Geschäftsführer PULS.Systems und CIO to Go
Ist Ihre IT bereit für die nächsten fünf Jahre?
PULS.Systems analysiert Ihre bestehende Infrastruktur, entwickelt ein passendes Cloud-Konzept und koordiniert die vollständige Migration – von der Datensicherung bis zur Inbetriebnahme. Ziel ist eine sichere, planbare und zukunftsfähige IT-Betriebsumgebung mit klaren monatlichen Kosten.